Kettenhemd
Als Kettenhemd oder Ringelpanzer wird eine Rüstung bezeichnet, die aus kleinen miteinander verflochtenen Metallringen besteht. Dieser Rüstungstyp wurde ursprünglich wohl durch die Kelten entwickelt und später von den Römern übernommen. Im Mittelalter war der Kettenpanzer lange Zeit die wichtigste Rüstung der Ritter. Auch heute noch wird Schutzbekleidung aus Kettengeflecht in einigen Berufszweigen verwendet. Ebenso erfreuen sich historisierende Kettenhemden im Hobby-Bereich (Reenactment, LARP) großer Beliebtheit. Manch handwerklich geschickter Hobbyist stellt mit viel Geduld sogar sein eigenes Kettenhemd her. Wem es an Zeit und Muse mangelt, mehrere zehntausend Metallringe zu verflechten, kann auch ein vorgefertigtes Kettenhemd erwerben. Folgendes sollte dabei beachtet werden:
Größe:
Kettenhemden können nicht auf der bloßen Haut getragen werden, da sie scheuern. Insofern muß bei Ermittlung der passenden Größe der Umfang des (teils gepolsterten) Untergewandes miteinbezogen werden.
Länge:
Durch die Epochen und bei den diversen Völkern fanden unterschiedliche Kettenhemden Verwendung. Von knielang bis knöchellang und mit verschiedenen Ärmellängen. Je länger desto schwerer und teurer ist die Rüstung. Hier sollte man sich informieren, was zum Verwendungszweck passt.
Material:
Kettenhemden können aus verschiedenen Metallsorten bestehen, wie Federstahl oder Aluminium. Dies beeinflußt nicht nur die Optik, sondern auch das Gewicht und die Stabilität. Kettenhemden aus Aluminium wiegen etwa die Hälfte von Stahlkettenhemden, sind dafür aber nicht schaukampftauglich.
Stabilität:
Kettenhemden mit vernieteten oder verschweißten Ringen sind deutlich stabiler und teurer als Hemden, deren Ringe lediglich zusammengebogen sind. Bei letztgenannten Kettenhemden können sich von stark beanspruchten Partien auch Ringen lösen, die dann ersetzt werden müssen. Für Schaukämpfe dürfen nur Kettenhemden zum Einsatz kommen, die vom Hersteller als schaukampftauglich ausgewiesen sind.
Verflechtungsdichte:
Es gibt Kettenhemden bei denen jeder Ring mit vier weiteren Ringen verflochten ist (4 in 1), aber auch solche bei denen in jeden Ring 6 oder gar 8 andere Ringen greifen (6 in 1 bzw. 8 in 1). Je dichter die Ringe miteinander verwoben sind, desto stabiler, schwerer und teurer ist das Kettenhemd.